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Können Selfies eine Körperbildstörung triggern?

August 4, 2018

Eine Dysmorphophobie (wörtlich: Angst vor einer körperlichen Fehlbildung) – im Deutschen auch als Körperbildstörung oder Körperschemastörung bekannt – ist durch eine beharrliche Beschäftigung mit einem geringen oder eingebildeten körperlichen Makel gekennzeichnet. Häufig geht es um vermeintliche Fehlbildungen oder Erkrankungen im Kopfbereich (z. B. Haare, Haut, Augen, Nase. Kippen oder Ohren). Andere Körperteile (Brüste, Geschlechtsteile, Muskulatur) können auch, wenngleich etwas seltener im Fokus stehen.

 

Betroffene mit einer gestörten Körperwahrnehmung sind fest davon überzeugt, enorm unattraktiv zu sein, weil sie von einem körperlichen Defekt betroffen sind und daher haben sie keine oder nur geringe Krankheitseinsicht. In die Therapie kommen sie meistens wegen einer komorbiden Störung, z. B. einer Depression oder sozialer Isolation. Sie entwickeln nämlich oft Schamgefühle gegenüber Mitmenschen oder sexuelle Hemmungen und ziehen sich daher sozial zurück. Sie sehen Isolation und Depression und nicht die dahinter liegenden Dysmorphophobie als Ursache ihres psychischen Leids. Oft ist ihnen gar nicht bewusst, dass sie vielleicht ritualisierte Handlungen entwickelt haben, dass sie beispielsweise ihr Erscheinungsbild ständig im Spiegel überprüfen, ihr Aussehen mit dem von anderen Menschen vergleichen oder Makeup zur Überdeckung ihrer „Makel“ übertrieben auftragen.

 

In einem gerade erschienen Artikel (Rajanala, S., Maymone M. B. C., &  Vashi N. A. (2018).  Selfies – Living in an Era of Filtered Photographs. JAMA Facial Plast Surg. Am 02.08.2018 online veröffentlicht, doi: 10.1001/jamafacial.2018.0486) wird ausgeführt, dass Selfies vor dem Aufladen in soziale Netze mit allgemein verfügbarer Bildbearbeitungssoftware (wie Photoshop) bearbeitet werden, um einem angestrebten Schönheitsideal zu entsprechen, z. B. straffere Haut frei von Aknepickel oder dgl., weißere Zähne, größere Augen und Lippen. Die Betroffenen sehnen sich nach den positiven Kommentierungen ihrer Netzwerkfreude und nach der Bestätigung ihrer Schönheit. Die Autoren merken an, dass die Anwendung von Filtern und anderen Möglichkeiten der Bildbearbeitung zur Norm geworden sind und zur weltweiten Veränderung von Schönheitsidealen führen. Sie schreiben: „Die weite Verbreitung solch gefilterter Bilder kann das Selbstwertgefühl unterminieren, weil sich die betroffene Person als nicht gut genug und weniger wertvoll erlebt, denn in der realen Welt sieht sie nicht so aus, und dies kann sogar zur Auslösung einer Dysmorphophobie führen.“

 

Und wie kann man therapeutisch damit umgehen? In der Akzeptanz- und Commitment-Therapie lernen Betroffene ihre zwanghaften Gedanken zu registrieren und sie achtsam und urteilsfrei zu beobachten. Sie erkennen, dass es ihnen nicht hilft, wenn sie versuchen, die Gedanken zu unterdrücken, dass diese im Gegenteil dadurch sogar verstärkt werden können. Stattdessen lernen sie sich damit nicht mehr zu identifizieren. Die Gedanken werden als eigenständige Ereignisse erlebt, so dass eine starke Identifikation nicht mehr stattfindet. Damit wirken sie auch weniger bedrohlich und angstauslösend. In einem weiteren Schritt lernen sie ihren Fokus auf die Dinge zu legen, die ihnen für in ihrem Leben wichtig und wertvoll erscheinen. Diese persönlichen Werte werden anschließend in Verhaltensmuster übersetzt, die das Leben wieder lebenswert machen.

 

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